Konzept

Konzept Pilotprojekt - BUNTE RUNDE EMMEN

1.   Ausgangslage

Viele Mütter, Väter und Familien in Emmen sind im Alltag stark gefordert und haben wenig niederschwellige Möglichkeiten für Austausch, Information und soziale Vernetzung. Sprachliche Barrieren, fehlende Zugänge zu bestehenden Angeboten und soziale Isolation erschweren die Integration und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Mit der „Bunten Runde Emmen“ entsteht ein regelmässiges, offenes und moderiertes Gesprächsangebot in der Gemeinde.

2.   Ziel des Projekts

Die „Bunte Runde Emmen“ stärkt:

  • soziale Vernetzung von Frauen und Familien
  • Integration durch sprachlich zugängliche Informationen, Wissen und Begegnungen
  • Zugang zu bestehenden Unterstützungsangeboten (Frühe Förderung, Gesundheit, Beratung)
  • Elternbildung, Orientierung und konkrete Impulse für den Familienalltag

3.   Zielgruppe

Frauen, Mütter und Bezugspersonen von Kindern aus Emmen, insbesondere:

  • mit Migrationshintergrund
  • mit wenig Zugang zu bestehenden Angeboten und Wissen
  • mit Interesse an Austausch, Sprache, Integration und Vernetzung

4.   Projektaufbau

Die „Bunte Runde Emmen“ findet wöchentlich während der Schulzeit statt (Pilotphase).

  • Dauer: 2 Stunden pro Woche, jeweils dienstags, 13.30 - 15.30 Uhr
  • Ort: während der Pilotphase findet die Bunte Runde in den Räumlichkeiten der Spielgruppe «im Neuhof», Im Neuhof 32 statt.
  • Offenes, kostenloses und freiwilliges Angebot ohne Anmeldung
  • In der Pilotphase läuft das Projekt unter dem Verein «im neuhof» als Projektbaustein

5.   Durchführung

Die «Bunte Runde» findet wöchentlich ausserhalb der Schulferien statt. Jede Runde wird von zwei Personen begleitet:

  • eine Fachperson Organisationsteam «Bunte Runde»  
    Verantwortlich für die Planung, Organisation und Moderation des Nachmittags. Die Fachperson schafft einen vertrauensvollen und wertschätzenden Rahmen, begrüsst die Teilnehmenden, moderiert Gespräche, stärkt die Vernetzung untereinander und sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Zudem übernimmt sie organisatorische Aufgaben, einfache Kinderbetreuung vor Ort sowie die Koordination und Vernetzung mit weiteren Angeboten und Fachstellen.
  • Schlüsselpersonen
    Die Schlüsselperson übernimmt eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Teilnehmenden, den Fachpersonen und bestehenden Angeboten. Durch ihre Sprachkenntnisse, ihre kulturelle Nähe und ihr Vertrauen innerhalb der Community erleichtert sie den Zugang zur «Bunten Runde» und unterstützt die Teilnehmenden dabei, sich willkommen und verstanden zu fühlen. Sie hilft beim Übersetzen, Erklären und Vermitteln von Informationen und trägt wesentlich dazu bei, Hemmschwellen abzubauen und Beziehungen aufzubauen. Wechselnde Sprachressourcen (z.B. Arabisch, Albanisch, Tigrinya u.a.) ermöglichen den Zugang für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und fördern Austausch, Teilhabe und Integration.
  • Einmal monatlich mit einer Fachperson
    z.B. aus den Bereichen Mütter- und Väterberatung, FABIA, Femmes-Tische, Frühe Förderung, Hebammenarbeit, Gesundheit, Logopädie, Schule oder Politik. Kurze Inputs und Gespräche ermöglichen den Teilnehmenden einen unkomplizierten Zugang zu Informationen und bestehenden Unterstützungsangeboten.

6.   Inhalte

Die Treffen sind bewusst niederschwellig gestaltet:

  • Austausch zu Alltags- und Familienthemen
  • kurze Inputs zu Erziehungs-, Gesundheits- oder Integrationsfragen
  • Weitervermittlung an bestehende Angebote
  • Stärkung von Selbstwirksamkeit und gegenseitige Unterstützung

Die Atmosphäre ist ruhig, offen und nicht verpflichtend – im Zentrum steht das Gespräch und die Elternbildung.

7.   Partizipation

Zum Start der Pilotphase werden die Teilnehmenden aktiv einbezogen, um Bedürfnisse, Themen und mögliche Weiterentwicklungen der „Bunten Runde“ mitzugestalten.

8.   Vernetzung

Das Projekt wird eng vernetzt mit:

  • DELIA Sprachkaffee
  • Mütter- und Väterberatung
  • FABIA (femmes tische)
  • Akzent Suchtberatung (Medienkonsum)
  • Schulen Emmen / Bibliothek und Ludothek
  • Spielgruppen / Spielzeit / Spieltraum
  • weiteren Akteur:innen der frühen Förderung und Integration in Emmen

Ziel ist eine gute Ergänzung bestehender Angebote, keine Doppelstruktur.

9.   Ziel des Pilotprojekts

Nach der Pilotphase wird evaluiert:

  • Teilnahme und Reichweite
  • Bedürfnisse der Zielgruppe
  • Wirkung auf soziale Integration, Sprache und Zugang zu Angeboten

Auf dieser Basis wird entschieden, ob und wie die „Bunte Runde Emmen“ weitergeführt oder vervielfältigt werden kann.

10.       Fazit

Die «Bunte Runde Emmen» schafft einen offenen Ort der Begegnung, an dem Menschen unabhängig von Sprache, Herkunft oder Lebenssituation willkommen sind. Durch einfache Gespräche, gegenseitige Unterstützung und die Begleitung von Schlüsselpersonen entsteht ein Raum, der Integration im Alltag erlebbar macht und wertvolles Alltagswissen weiterträgt.

Mit der «Bunten Runde Emmen» soll ein niederschwelliger Treffpunkt entstehen, der Gemeinschaft fördert, Isolation entgegenwirkt und langfristig zu mehr Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe beiträgt.